Dr. Wolfgang Merkt im Gespräch mit Kollegen.
Foto: P. Benjamin / MEDV / Universitätsklinik Heidelberg

Dr. Wolfgang Merkt erhält Forschungsstipendium der Eva Luise und Horst Köhler Stiftung

Berlin, 5. März 2018. Der Heidelberger Mediziner Dr. Wolfgang Merkt ist der erste Stipendiat der Eva Luise und Horst Köhler Stiftung für Menschen mit Seltenen Erkrankungen. Das neue Stipendiaten-Programm der Stiftung fördert Medizinerinnen und Mediziner, die sich parallel zur Facharztweiterbildung wissenschaftlich im Bereich Seltener Erkrankungen etablieren wollen. Um die klinische Forschung im Bereich Seltener Erkrankungen zu fördern, greift die Stiftung dazu mit ihrem Stipendium die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vorgeschlagene Strukturierung eines „Clinicial Scientist-Programms“ auf. 

Klinische Forschung soll klären, ob Killer-Zellen aggressive Fibroblasten eliminieren können

Dr. Wolfgang Merkt wird sich im Rahmen des Stipendiums ab Februar 2018 am Universitätsklinikum Heidelberg intensiv mit dem seltenen Krankheitsbild der Granulomatose mit Polyangiitis (GPA, ehemals Morbus Wegener) beschäftigen. Im Rahmen seiner klinischen Forschung wird der Mediziner untersuchen, ob natürliche Killer-Zellen zur Beseitigung aggressiver Bindegewebszellen eingesetzt werden könnten. Jene sogenannten Fibroblasten tragen bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie der GPA maßgeblich zur Gewebezerstörung bei. Die Folge sind Schmerzen, Invalidität und Arbeitsunfähigkeit. Natürliche Killer-Zellen besitzen das Potential, aggressive Fibroblasten abzutöten, könnten aber umgekehrt durch die Fibroblasten gehemmt werden. Daher gilt es herauszufinden, ob und wie man das Verhältnis der beiden Zellarten so beeinflussen kann, dass die Killerzellen gezielt die aggressiven Fibroblasten eliminieren. Die zugrundeliegenden Mechanismen könnten mögliche Ansatzpunkte für neue Therapien darstellen.

„Wissenschaftlich interessierte junge Ärztinnen und Ärzten, die bereit sind, seltene Krankheitsbilder in den Fokus ihres Interesses zu stellen, sind der Schlüssel für eine nachhaltige Verbesserung der medizinischen Versorgung von Menschen mit Seltenen Erkrankungen,“ erläutert Prof. Dr. Annette Grüters-Kieslich, Vorstandsvorsitzende der Eva Luise und Horst Köhler Stiftung und ergänzt: „Daher ist die Stiftung bestrebt, die Anzahl der Stipendien in den kommenden Jahren deutlich auszuweiten und auch mittels zweckgebundener Zustiftungenund Spenden eine Vielzahl neuer Forschungsbereiche zu erschließen.“